Der Yosemite-Nationalpark ist ein Nationalpark in Kalifornien zu finden in etwa 300 Kilometer östlich von San Francisco. Aus San Francisco brauchen Sie mit dem Auto etwa vier Stunden, von Los Angeles aus etwa sechs Stunden, um in den Park zu gelangen. Flächenmäßig erstreckt er sich über 3081 Quadratkilometer entlang den Bergen der Sierra Nevada, die sich über 500 Kilometer Länge und über 100 Kilometer Breite durch Kalifornien ziehen. Jedes Jahr kommen in den Yosemite-Nationalpark mehr als vier Millionen Besucher, ein Großteil erkundet dabei lediglich den zentralen Teil des Parks, das Yosemite Valley.

Er ist der älteste von der US-Regierung geplante Nationalpark, bereits im Jahre 1864 wurden seine Grundlagen geschaffen. Im Jahr 1984 dann wurde er zum UNESCO-Weltnaturerbe erklärt, da die schroff aufgragenden Granitfelsen, die teils pomöpsen Wasserfälle und kristallklaren Bäche, die einzigartigen Riesenmammutbäume und seine enorme Artenvielfalt weltweite Bekanntheit erlangt haben.

This place must be Eden” auf deutsch “Hier muss das Paradies -Eden- sein” sagte einst Jack London, bekannter US-amerikanischer Schriftsteller (u. a. „Ruf der Wildnis“ 1903, „Der Seewolf“ 1904, „Wolfsblut“ 1906, „Martin Eden“ 1909).

Erste Touristen kommen ins Valley

Die ersten “Touristen” des Yosemite Valley waren der Unternehmer James Mason Hutchings, der Künstler Thomas Ayres und zwei weitere Personen, die sich 1855 in die Gegend wagten. Hutchings veröffentlichte Artikel und Bücher über diese und spätere Exkursionen. Die von Ayres angefertigten Zeichnungen waren die ersten naturgetreuen Skizzen vieler bekannter Wahrzeichen.

Entstehung des Yosemite Nationalparks

Bierstadt: Der Yosemite Nationalpark im Amerika Reisefuehrer @ Americaurlaub.de

Bild von Albert Bierstadt: Der Yosemite Nationalpark

Naturschutzprojekte im Yosemite Valley und seiner Umgebung wurden von vielen berühmten Persönlichkeiten unterstützt, da diese annahmen, das kommerzielle Interesse an der Gegend könne negative Auswirkungen haben. Das Gesetz zur Parkerrichtung wurde vom Senat und vom Repräsentantenhaus verabschiedet und mit der Unterzeichnung durch Abraham Lincoln am 30. Juni 1864 besiegelt. Dadurch entstand der Yosemite Grant, ein Meilenstein in der Geschichte der amerikanischen Nationalparks, da er der Gründung des Yellowstone-Nationalpark vorausgeht, des offiziell ersten Nationalparks. Die Riesenmammutbäume sind Teil des Emblems der 1916 gegründeten Wächter der amerikanischen Nationalparks, des National Park Service und stehen für die besondere Bedeutung des Mariposa Grove in der Entwicklung der ersten Nationalparks.

Fauna, Flora und Vegetation im Yosemite N.P.

Yosemite Nationalpark Vegetation im Amerika Reiseführer @ Americaurlaub.de

Die verschiedenen Vegetationszonen im Yosemite N.P.

Der Yosemite liegt in einer Höhe von 600 bis fast 4000 Metern ü. NN, in ihm finden wir fünf verschiedene Ökosysteme. Von den 7000 in Kalifornien beheimateten Pflanzenarten sind etwa 50 Prozent in der Sierra Nevada zu finden, wobei mehr als 20 Prozent innerhalb der Parkfläche angesiedelt sind. Für mehr als 160 seltene Pflanzenarten bietet der Park den passenden Lebensraum, mit einzigartigen Böden, die bezeichnend sind für die eingeschränkten räumlichen Verhältnisse, denen sich diese Pflanzen anpassen müssen. Viele Seen und Teiche, 2600 Kilometer Flüsse, 1300 Kilometer Wanderwege und 560 Kilometer Straßen finden sich im Parkgelände. Zwei landschaftlich reizvolle Flüsse, der Merced und Tuolumne, entspringen an den Parkgrenzen.

Die Täler der beiden großen Flüsse Tuolumne River, bis zum Hetch Hetchy Valley, und Merced River am Westrand des Nationalparks bilden die tiefsten Vegetationszonen des Parks. Hier im meditarenen Klimaumfeld, das in etwa dem des Mittelmeers entspricht, finden sich überwiegend Eichen, gemischt mit Weiß-Kiefer und verschiedenen Sträuchern wie Säckelblumen und Bärentrauben.

Redwood Baumriesen im Yposemite Park @Americaurlaiub.de - Ihr Reisefuehrer Amerikas

Uralte Redwood Baumriesen

Bei etwa 900 Meter über dem Meer beginnt die Höhenstufe der Nadelwälder. Hier wachsen zum Beispiel die Gelbkiefer, die Zuckerkiefer, aber auch Weihrauchzedern, Kolorado-Tannen und Douglasien, aber auch die drei Vorkommen des Riesenmammutbaums im Yosemite-Nationalpark: Mariposa Grove bei Wawona im Süden, sowie Tuolumne Grove und Merced Grove im Westen des Parks am Anfang der Tioga Road. Hier leben viele Wildteiere, wie der Amerikanische Schwarzbär, der Rotluchs, der Graufuchs, der Maultierhirsch, Königsnattern, die Skinke und viele mehr.

Ab etwa 1800 Meter gibt es kaum mehr Laubbäume. Besucher können die montane Höhenlage auf Wanderungen aus dem Yosemite Valleys erleben, auf der Straße zum Glacier Point oder in den Hochlagen des Hetch Hetchy Valleys. Hier finden sich Pracht-Tanne, die westliche Weymouths-Kiefer, die Jeffrey-Kiefer und die Küstenkiefer. In diesen Höhen finden sich Douglas-Hörnchen, Marder, Diademhäher, die Einsiedlerdrossel und der Habicht.

Die subalpine Höhenstufe wird auf der Westflanke der Sierra Nevada bei etwa 2450 Meter erreicht. Im Yosemite-Nationalpark kann diese Zone bei Bergwanderungen am Ende des Yosemite Valleys und in den Tuolumne Meadows an der Tioga Road erreicht werden. Je höher die Landschaft gelegen ist, desto kleiner werden die Bäume. Mancherorts fehlt die humose Auflage völlig und es tritt der nackte Granit hervor. Die Küstenkiefer, die Weißstämmige Kiefer und die Berg-Hemlocktanne kommen mit diesen Bedingungen noch zurecht. Die Tierwelt dieser Zone, Pfeifhasen, das Gelbbauchmurmeltier, Präriehasen, Kiefernhäher und der Rosenbauch-Schneegimpel sind an diese Bedingungen angepasst.

Gebirsseen im Yosemite im Reisefuehrer Amerikas @Americaurlaub.de

Klarer Gebirgssee im Nationalpark

Die alpine Zone beginnt bei zirka 2900 Meter und ist durch die Baumgrenze gekennzeichnet. Darüber liegen nur noch alpine Matten und Rasen. Hierunter fallen die Gipfellagen rund um den Gebirgskamm der Sierra Nevada im Osten des Parks. Das Dickhornschaf bevorzugt diese baumlosen Lebensräume. Die Art kommt im Yosemite Park nur in der Gegend um den Tioga-Pass vor, in der eine kleine, wieder angesiedelte Population existiert.

Besonders sehenswert im Yosemite Park

Der bekannte Yosemite Wasserfall im Resiefuehrer Amerikas @Americaurlaub.de

Der bekannte Yosemite Wasserfall

Der Park ist für seine große Anzahl von Wasserfällen bekannt. An den vielen steil abfallenden Klippen, Vorsprüngen und Hangtälern im Park befinden sich viele Wasserfälle, besonders in den Monaten April, Mai und Juni während der Schneeschmelze. Stellenweise treten bei Regen auch immer wieder Wasserfälle auf, die nur aufgrund des Wetters entstehen und auch wieder verschwinden. Die Yosemite Falls gehören mit einer Gesamthöhe von 739 m zu den höchsten der Welt. Diese sind unterteilt in Upper Falls (435 m), Middle Cascades (206 m) und Lower Falls (98 m). Sie sind jedoch gegen Ende des Sommers oft völlig ausgetrocknet. Im Yosemite Valley befindet sich überdies auch der Wasserfall Ribbon Falls, dessen Fall 492 Meter in die Tiefe geht. Der wohl bekannteste Wasserfall ist der Bridalveil Fall. Weitere erwähnenswerte Wasserfälle sind die Wapama Falls im Hetch Hetchy Valley.

Half Dome im Yosemite Reisefuehrer @Amerika Urlaub

Der Half Dome bei Sonnenuntergang

Das Kernstück Yosemite Valley macht lediglich ein Prozent der Gesamtfläche des Parks aus, aber genau dorthin zieht es die meisten Besucher. “El Capitan” ist ein hoher Granitfelsen, der sich über dem Tal auftürmt. Der Berg stellt eines der beliebtesten Ziele für Bergsteiger dar, da ihn seine verschiedenen Schwierigkeitsgrade auf zahlreichen Kletterpfaden für Anfänger und Fortgeschrittene attraktiv machen. Außerdem kann der Berg zu jeder Jahreszeit bestiegen werden. Eindrucksvolle Granitkuppeln wie der Sentinel Dome und der Half Dome erheben sich in 900 und 1450 Metern Höhe über dem Tal.

Das Hochland des Parks weist viele landschaftlich schöne Gegenden auf, wie die Wiesenlandschaften Tuolumne Meadows, Dana Meadows, die Gebirgsketten Clark Range und Cathedral Range sowie die Hügelkuppe Kuna Crest. Weitere Gebirgsketten erstrecken sich außerdem über den Yosemite-Nationalpark, mit Bergspitzen aus metamorphem Gestein, wie dem Mount Dana und Mount Gibbs, sowie Granitfelsen wie dem des Mount Conness. Der Mount Lyell ist der höchste Berg im Park mit einer Höhe von 3994 Metern. Im Park befinden sich insgesamt drei Haine mit Riesenmammutbäumen (Sequoiadendron giganteum). Größter Hain ist der Mariposa Grove mit 200 Bäumen, vor dem Toulumne Grove mit 25 Bäumen und dem Merced Grove mit 20 Bäumen. Riesenmammutbäume gelten als die massivste Baumart der Welt und ebenso als eine der größten bei einer langen Lebensdauer.

Beste Reisezeit für einen Parkbesuch im Yosemite

Tenaya Lake im Amerika Reisefuehrer @Americaurlaub.de

Weitere glasklarer Gebirgssee: Der Tenaya Lake

Die besten Jahreszeiten für eine Reise in den Yosemite Nationalpark stellen das Frühjahr und der Herbst dar. Im Frühjahr führen die Wasserfälle durch den Einbruch der Schneeschmelze erheblich mehr Wasser, die nun wieder erblühende Natur gefällt dem Auge zu dieser Zeit. Im Herbst tragen die vielen Wasserfälle weniger Nass, dafür bietet das welkende Laub nun neue reizvolle Anblicke. Zu beiden Jahreszeiten ist der Besucherandrang zudem geringer als im Sommer, Sie geniessen die Natur ungestörter.

Dank des hier vorherrschenden subtropischen Winterregenklimas fallen die Hauptniederschläge während des milden Winterwetters, zu den anderen Jahreszeiten regnet es kaum, was den Besuchern in dieser Zeit entgegen kommt. Die höchsten Temperaturen mit über 30 Grad Celsius finden wir hier wie in Mitteleuropa im Sommer, der von Ende Juni bis Ende September herrscht.

Touristische Nutzung heutzutage

Ahwahnee Hotel im Reisefuhrer @Americaurlaub.de

Das bekannte Ahwahnee Hotel, zentral im Park gelegen

Jährlich besuchen etwa 4 Millionen Besucher den Park. Die meisten von ihnen halten sich in dem 18 km² großen Yosemite Valley auf. Das Valley ist das ganze Jahr über geöffnet, aber viele Gebiete des restlichen Parks sind aufgrund von Schneefall ab dem Spätherbst geschlossen und öffnen erst im Frühling wieder. Für Wandertouren durch den Park und entlang der Riesenmammutbäume steht ein Wegenetz von über 1300 km zur Verfügung. Den Park durchqueren die Fernwanderwege John Muir Trail bzw. Pacific Crest Trail.

Tagesbesucher erkunden zumeist nur das Yosemite Valley, welches gut erreichbar ist. Verkehrsstaus während der Hauptsaison im Sommer stellen ein ernstzunehmendes Problem dar. Im Yosemite Valley befördert ein kostenloser Shuttle Bus die Besucher das ganze Jahr hindurch. Der Großteil des Parks besteht allerdings aus geschützter Wildnis ohne Straßen, in der keine motorisierten Fahrzeuge gestattet sind.

Hintergrundinformationen zur Geschichte des Parks und dessen Flora und Fauna finden Besucher im Besucherzentrum, das daran angeschlossene Yosemite Museum und das Naturzentrum bei Happy Isles. Dort befinden sich auch zwei National Historic Landmarks: die LeConte Memorial Lodge und das bekannte Ahwahnee-Hotel.

Zwischen Frühling und Herbst bietet der Park Rucksack-Tagestouren an. Alle Übernachtungstouren innerhalb des Parks setzen eine Erlaubnis voraus sowie eine Genehmigung für das Mitführen von Nahrungsmitteln. Mit dem Zweirad kann der Park auf den gepflasterten Strecken erkundet werden. Das Radfahren abseits der angelegten Wege ist nicht erlaubt. Im Yosemite Valley erstrecken sich Fahrradwege von über 24 Kilometern Länge. Des Weiteren ist es möglich, unter der Führung eines Parkmitarbeiters Reittouren zu unternehmen.

Der Großteil des Parks wird im Winter aufgrund von heftigen Schneefällen geschlossen. Das älteste Skigebiet in Kalifornien, die Badger Pass Ski Area, öffnet im Winter. Es gibt mehrere Abfahrten und auch eine Skischule. Große Teile des Parks sind für Skilanglauf geeignet und viele Skihütten im Hinterland bieten Möglichkeiten für einen Zwischenstopp. Für Ausflüge ins Hinterland inklusive Übernachtung sind aber Genehmigungen erforderlich. Bestimmte Teile des Yosemite-Nationalparks kann man mit Schneeschuhen entdecken.