sonnenuntergang NP Yellowstone

Sonnenuntergang im Yellowstone Nationalpark

Der Yellowstone-Nationalpark wurde am 1. März 1872 gegründet, damit ist er der älteste Nationalpark der Welt. Der Name des Parks ist vom Yellowstone River übernommen, dem größten Fluss im Park. Der Park ist vor allem für seine geothermalen Quellen wie Geysire und Schlammtöpfe sowie für seine Wildtiere wie Bisons, Grizzlybären und Wölfe bekannt. 1978 erklärte ihn die UNESCO zum Weltnaturerbe.

Wo liegt der Yellowstone Nationalpark?

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Karte der Lage des Yellowstone Nationalparks

Der Yellowstone-Nationalpark liegt mit 96 Prozent der Fläche beinahe vollständig im US-Bundesstaat Wyoming, 3 Prozent liegen in Montana sowie 1 Prozent in Idaho. Mit 8.987 km² Fläche gehört er zu den größten Nationalparks der USA. Die Fläche des Nationalparks entspricht in etwa der Größe Korsikas. Der Yellowstone-Nationalpark ist Teil der Rocky Mountains und liegt durchschnittlich etwa 2.440 Meter über dem Meeresspiegel. Eagle Peak, der höchste Punkt des Parks, liegt auf 3.462 Metern, der tiefste Punkt, beim nördlichen Eingang, auf 1.620 Meter Höhe.

Was gibt es zu sehen?

farbenfroher Pool im Yellowstone Np

Morning Glory Pool

62 Prozent sämtlicher weltweit existierenden heißen Quellen liegen im Yellowstone-Gebiet, dies sind etwa 10.000. Von den über 300 Geysiren im Nationalpark erfreut sich besonders der Geysir Old Faithful im oberen Geysir-Becken bei Touristen großer Beliebtheit, spuckt er nämlich in ungewöhnlicher Regelmäßigkeit sein Wasser in Abständen von momentan zwischen etwa 60 bis 90 Minuten aus. Mit dem Steamboat-Geysir beheimatet der Park auch den größten aktiven Geysir der Welt. Er befindet sich im Norris-Geysir-Becken.

So liegt der Park heute auf einem Hochplateau auf rund 2.400 Meter Höhe und ist beinahe rundherum begrenzt durch Bergketten der mittleren Rocky Mountains, deren Spitzen zwischen 3.000 und 4.300 Meter hoch sind. Im Nordwesten liegt die Gallatin Range, im Norden die Beartooth Mountains, im Osten die Absaroka Range, im Süden die Teton Range und im Westen die Madison Range. Der bekannteste Berg auf dem Hochplateau selbst ist der Mount Washburn mit einer Höhe von 3.122 Metern. Teil des Yellowstone-Plateaus ist der Yellowstone Lake, der größte Bergsee in Nordamerika. Teilweise außerhalb des Parks liegt die Island Park Caldera, ein Plateau, das von niedrigen Hügeln umringt ist.

Der Nationalpark lässt sich in fünf Zonen (Countries) einteilen. Das Mammoth Country liegt im Nordwesten des Parks und ist vor allem von den thermalen Quellen und den Kalkterrassen bei Mammoth Hot Springs geprägt. Hier können oft Wapiti-Herden beobachtet werden. Das Roosevelt Country im Nordosten ist von Touristen am wenigsten besucht. In dieser hügeligen Landschaft finden sich viele Wildtiere wie Hirsche und Bisons. Der Westen des Parks, das Canyon Country, wird durch den bis zu fast 400 Metern tiefen Grand Canyon of the Yellowstone mit seinen Wasserfällen und durch das Hayden Valley mit seinen großen Bisonherden bestimmt. Das Lake Country im Südosten mit verschiedenen Seen wie dem Yellowstone Lake oder dem Heart Lake bietet Tieren wie Fischen, Greifvögeln, Elchen und Bären eine Heimat. Der Südwesten ist das Gebiet mit den meisten Geysiren und heißen Quellen des Parks, darunter dem Old Faithful und dem Steamboat-Geysir. Es wird entsprechend Geyser Country genannt.

Der Grand Prismatic Spring im Amerika Reisefuehrer

Grand Prismatic Spring

Im westlichen Teil des Nationalparks finden wir den Grand Prismatic Spring. Sie ist die größte Thermalquelle der USA und die drittgrößte der Erde. Das Becken ist etwa 75 × 91 m groß und ungefähr 49 m tief. Es strömen pro Minute durchschnittlich 2.000 Liter mehr als 70 °C heißes Wasser aus der Quelle. Die Farben stammen von einzelligen Mikroorganismen (Bakterien und Archaeen) im Biofilm an den Randbereichen der mineralienreichen Thermalquelle. Sie bewegen sich zwischen grün und rot und hängen von dem Gehalt an Chlorophyll und Carotinoiden der jeweiligen an die Wassertemperatur angepassten Mikroorganismen ab. Im Sommer tendiert der Biofilm zu orange und rot, wohingegen im Winter eher dunkelgrün vorherrscht. Das Wasser im Zentrum der Quelle ist wegen der herrschenden Temperaturen frei von Mikroorganismen. Die tiefblaue Färbung des im Verhältnis kleinen Wasserkörpers rührt von der Wassertiefe und der hohen Wasserreinheit in der Quellenmitte her.

Natur und Tiere im Nationalpark

Nadelwald überzieht rund 80 Prozent der Parkfläche, der Rest teilt sich in Wiese (15 Prozent) und Wasser (5 Prozent) auf. Er besteht zu rund drei Vierteln aus langnadligen Küsten-Kiefern , in Gebieten mit vulkanischer Erde besonders die Engelmann-Fichte. In höheren Lagen machen Weißstämmige Kiefern einen bedeutenden Anteil der Wälder aus, in tieferen Lagen Douglasien. Insgesamt finden sich 186 bekannte Flechten- und etwa 2.000 Pflanzenarten im Park, darunter 12 Baum- und über 60 Wildblumenarten, wovon 12 Orchideenarten sind.

Der Park ist Rückzugsgebiet für selten gewordene Tierarten, zum Beispiel Bisons und Gabelböcke. In den tiefer gelegenen Gebieten des Parks sind Maultierhirsche, Pumas und Luchse heimisch, in den höheren Lagen Dickhornschafe und Schneeziegen. Wapitis finden sich vor allem in der Region um Mammoth Hot Springs. Weitere Säugetiere des Parks sind Elche, Schwarzbären, mindestens acht Fledermaus-Arten und im Hinterland Grizzlybären, Wölfe und Kojoten, aber auch Streifenhörnchen, Grauhörnchen, Silberdachse, Biber, Murmeltiere, Baumstachler, Bisamratten sowie gegen 40 weitere Arten. Von den 18 Fischarten des Parks sind besonders die Yellowstone-Cutthroat-Forellen bei Anglern sehr begehrt. Es wurden 318 Vogelarten offiziell registriert. Zu den häufig vorkommenden Vogelarten zählen hier unter anderem die Zimtente, die Breitschwanzelfe, der Rotnacken-Saftlecker, Meisenhäher und Diademhäher, Elster, Nashornpelikan, Ohrenscharbe, Spatelente, Bartkauz und Kanadakranich. Mit etwas Glück sieht man Weißkopfseeadler, Habichte, Felsengebirgshühner und Kiefernsaftlecker. Von den seltener vorkommenden Vögeln sind Eistaucher, Kragenente, Fischadler, Wanderfalke und Trompeterschwäne zu erwähnen.

Wie sind die Temperaturen im Park?

Das Klima im Yellowstone-Nationalpark ist vor allem durch die Lage in den Rocky Mountains geprägt. In Mammoth Hot Springs liegt die Durchschnittstemperatur im Januar bei −13 °C und im Juli bei 27 °C. Mit plötzlichen Wetterwechseln muss im Park das ganze Jahr über gerechnet werden.

Im Sommer sind in den tiefer gelegenen Gebieten tagsüber Temperaturen von 25 °C üblich, gelegentlich erreichen sie 30 °C. Nachmittags kommt es oft zu Gewittern. Die Nächte sind auch im Sommer kühl; in den Bergen können die Temperaturen unter den Gefrierpunkt fallen. Im Winter bewegen sie sich tagsüber typischerweise zwischen −20 °C und −5 °C. Gelegentlicher Schneefall ist auch im Frühling und Herbst normal.

Tourismus im Yellowstone N.P.

Der Park kann über fünf Eingänge erreicht werden. Im Norden von Livingston und Gardiner (Montana), im Nordosten von Red Lodge und Cooke City über den Beartooth-Pass (Wyoming), im Osten von Cody, im Süden von Jackson und vom Grand-Teton-Nationalpark (Wyoming) über den John D Rockefeller, Jr. Memorial Parkway sowie im Westen von Idaho Falls (Idaho) und West Yellowstone (Montana). Er vereint verschiedenste Attraktionen: Geysire, heiße Quellen, einen tiefen Canyon, einen Fluss mit mehreren Fällen, Wälder, Seen, Berge, Wildnis und Wildtiere. Dementsprechend vielfältig sind die touristischen Möglichkeiten. Sie reichen von Wandern und Bergsteigen über Kajakfahren und Fischen bis zu Tierbeobachtung und Reiten. Wanderern bieten sich rund 2000 Kilometer markierte Wanderwege, verteilt über den gesamten Park.

Übernachtungsmöglichkeiten in Hotels und Hütten gibt es in den Orten Mammoth Hot Springs im Mammoth Country; Tower-Roosevelt im Roosevelt Country; Canyon Village im Canyon Country; Lake Village und Grant Village im Lake Country; sowie in Old Faithful im Geyser Country. Zusätzlich finden sich im Park elf Campingplätze sowie ein wegen der Gefahr durch Bären nur für Wohnmobile zugelassene Platz in Fishing Bridge. Die Ortschaften sind mit Straßen in Form einer großen Acht miteinander verbunden. Je nach Saison und Schneeverhältnissen sind einige Straßen und Ortschaften im Park gesperrt.

Die Hauptsaison im Yellowstone-Nationalpark dauert ungefähr von Anfang Mai bis Ende Oktober. Von Mitte Juni bis Ende August sind sämtliche Einrichtungen wie Übernachtungsmöglichkeiten, Tankstellen und Restaurants zugänglich, während der übrigen Zeit nur Teile davon. Im Winter sind außer der Straße vom Nordeingang zum Nordosteingang sämtliche Straßen des Parks ausschließlich mit Schneemobilen und Snow Coaches befahrbar. Die tägliche Anzahl motorisierter Schneefahrzeuge im Park ist limitiert. Das Befahren ohne anerkannten Führer ist nicht gestattet.